„Wichtig ist nur, sich für die Kunst zu öffnen!“

DSC 3392 3

Alida Warzecha

Vortragende

Statement

Ich muss malen, um nicht verrückt zu werden. Die Nachrichten im Radio, die übergroße Umweltbelastung, die zunehmende Sinnlosigkeit unseres 21. Jahrhunderts, die meiner Meinung nach nicht zuletzt mit der Konsum- und Wegwerfgesellschaft zusammenhängen, aber auch die kleinen und großen Schicksalsschläge in meinem persönlichen Leben wie Krankheitsfälle und Abschiede im Familienkreis ziehen mich permanent ins Atelier. Und dabei denke ich gar nicht viel an meine entstehenden Malereien, wenn ich unterwegs bin. Stattdessen werde ich unruhig, wenn ich zulange weg war und nicht weiß wohin, mit den vielen Eindrücken und Informationen, die sich unterwegs angesammelt haben. Am Anfang wusste ich gar nicht, was mir fehlte, bis ich mit fortschreitender Zeit und der angesammelten Erfahrung wusste, dass ich mich alleine im Atelier ausdrücken kann - zwischen Leinwänden, so groß wie ich, und Pinsel und Ölfarben. Ich leiste mit der Malerei, die dabei entsteht, meinen ganz persönlichen Beitrag zur Welt und unserer Gesellschaft. Und die muss gesehen werden, weil ich den Austausch brauche! Bisher hatte ich keine Ausstellung, die nicht wenigstens von einer Person besucht wurde, von der ich nicht etwas gelernt hätte. Ich profitiere sehr von der Vielfalt an Menschen, die sich durch ihre Lebenserfahrungen und Ansichten unterscheiden, genauso wie ich von jedem Museumsbesuch lerne. Und dabei ist es egal, ob ich mir Geschichtsausstellungen oder Installationen anschaue. Wichtig ist nur, sich für die Kunst zu öffnen! - für Fremdes, sich verletzbar zu machen, Fragen zu stellen, auf die es eventuell keine Antworten gibt. Zwischenräume werden von dem Miteinander gefüllt, den der Raum der Kunst schafft.

Zur Person